Judith und Hans unterwegs
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Beisl-Treffen im Hunsrück PDF Drucken E-Mail

Wohnmobiltreffen der Beisl-Fahrer und deren Freunde
vom 3. bis 7. Oktober 2012
 
 
 Am Dienstag starten wir bei Sonnenschein über Villingen-Schweningen, durch das Kinzigtal nach Offenburg und machen Halt auf dem Stellplatz in Saverne. Wir schauen den Booten zu beim Manöverieren in der Schleuse des Rhein-Marne-Kanals und schlendern durch den hübschen Ort.
 

Am Park Naturel Régional des Vosges du Nord vorbei erreichen wir das Hambachtal, wo wir im Ferienpark das Mittagessen einnehmen. Facettenreich ist die urwüchsige Hunsrück-Naturlandschaft mit ausgedehnten Waldflächen, Wiesen, Fluss- und Bachtälern. Nach rund 400 km fahren wir auf den reservierten Wiesenplatz vor der Freizeithütte Denzen in Kirchberg.

Herzlich ist der Empfang der "Beisl-Familie".

Wir verbringen zusammen einen gemütlichen Grillabend bei Musik, Spiel und Gesang.

die "Beisl-Brass-Band" in Aktion
 
Am Donnerstag besuchen wir den 753. Michaelismarkt und so mancher findet hier etwas Nützliches, ein Geschenk oder Andenken. Um 13.00 Uhr fahren wir mit dem Bus nach Ravengiersburg und besichtigen den Hunsrückdom. Der Ort verdankt seinen Namen dem Edlen Rabangar, der im 10. Jahrhundert auf dem steilen Felsen über dem Simmerbach eine Burg erbaute. 1072 wurde eine Burgkapelle geweiht und zwei Jahre später gründete Graf Berthold und seine Gemahlin Hedwig ein Augustiner-Chorherrenstift. Das Stift bestand bis 1566, dann ging der reiche Besitz in pfälzische Verwaltung über. Seit 1699 ist die Kirche katholische Pfarrei. Die heutige Kirche liess zwischen 1718 und 1722 Kurfürst Karl III. Philipp von der Pfalz errichten.
 
Hunsrückdom
 
 
Anschliessend fahren wir weiter in die rheinland-pfälzische Kreisstadt Simmern/Hunsrück.
 
Mit Stadtführern besichtigen wir den Schinderhannesturm,
seinen Namen trägt er nach dem berühmt-berüchtigten Räuber Johannes Bückler, genannt "Schinderhannes". Nach seiner Gefangennahme Ende Februar 1799 in Schneppenbach wurde er nach Simmern gebracht und dort inhaftiert. In der Nacht vom 19. auf den 20. August 1799 gelang ihm die Flucht aus dem bis anhin als ausbruchssicher geltenden Turm.
 
 

 
Den Grundstein zum Bau der heutigen dreischiffigen, spätgotischen Stephanskirche legte Herzog John I. im Jahr 1486 den Grundstein.Die Orgel aus dem Jahre 1782 ist die grösste im Hunsrück und entstammt der Orgelbauerwerkstatt Stumm.
 
 
 Die Grabdenkmäler in der Annakapelle gehören zu den bedeutendsten Werken der Bildhaerkunst des 16. Jahrhunderts zwischen Mainz und Trier.
 
 
                                                                                 altes
 Gerberhäuschen
 
 
                             der "Schwarze Adler", das schieferverkleidete, älteste Haus in Simmern
 
Wir fahren weiter nach Ediger an der Mosel zur kulinarischen Weinprobe im Gutshof Zenz. Im historischen Gewölbekeller werden uns regionale Speisen und diverse Moselweine serviert. Zu später Stunde werden wir wieder nach Kirchberg chauffiert.
 
Am Freitagmorgen sitzen wir gemütlich beisammen und zum Mittagessen hat Hiltrud feinen Spiessbraten mit diversen Zutaten organisiert.
Bei der Stadtführung am Nachmittag erfahren wir, dass Kirchberg "die Stadt auf dem Berg" im Jahre 1259 die Stadtrechte erhielt und damit die älteste Stadt auf dem Hunsrück ist.
Wir besichtigen die Michaelskirche, hören, dass Carl Friedrich Wilhelm Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn das Laufrad erfunden hat und erhalten im 1732 erbauten Heimathaus Einblicke in die vielseitige Geschichte der Stadt. Das sehenswerte Heimatmuseum beherbergt eine kleine historische Fahrradsammlung und eine weretvolle Faksimileausgabe der historischen "Tabula-Peutingeriana", eine Strassenkarte des römischen Reiches aus dem 4. Jahrhundert.
 
Haus Weber und Rathaus
Kirche St. Michael
 
Heimatmuseum
 
dieser schöne Riley muss natürlich ausgiebig bestaunt werden
 
Den Abend verbringen wir in der gemütlichen Hütte bei Federweissem und Zwiebelkuchen.
Plötzlich wird die Tür aufgerissen, Schüsse knallen und der Schinderhannes stürmt in unsere gute Stube, stürzt sich auf jede hübsche Frau, schiesst wild um sich, schaut in Männermünder auf der Suche nach einem Goldzahn und benimmt sich wirklich wie ein Räuber. Sein Julchen flirtet derweil mit einigen Mannsbildern und der arme Mani wird in Ketten gelegt, wieder befreit und dafür der Schinderhannes von der Obrigkeit in Handschellen abgeführt.
 
 

 
Dieses Theaterspektakel endet mit dem Schinderhanneslied:
 
                                       Das ist der Schinderhannes,
                                       der Lumpenhund der Galgenstrick,
                                       der Schrecken jedes Mannes,
                                       und auch der Weiberstück!
 
Samstags um 09.00 Uhr fahren wir mit dem Bus zur Burg Eltz. Nach ca. 1,3 km Fussmarsch durch den Wald erblicken wir die versteckte Burg. Wundervoll romantisch gelegen und eingebettet in eine ursprüngliche Natur, wirkt sie wie ein wahrgewordenes Märchenschloss einladend und majestätisch zugleich. Bei einer Führung erfahren wir, dass die Festung auf drei Seiten von der Eltz umflossen wird und das Fundament der gesamten Burg auf einem bis zu 70m hohen, elliptischen Felskopf ruht. Deshalb entstanden teilweise ungewöhnliche Grundrisse der Räume.
Seit über 800 Jahren befindet sich die Burg Eltz im Besitz der gleichnamigen Familie. Der gegenwärtige Eigentümer der Bukrg, Dr. Karl Graf von und zu Eltz-Kempenich, genannt Faust von Stromberg, lebt in Frankfurt am Main und im Eltzer Hof zu Eltville am Rhein. Dr. Karl Graf zu Eltz-Kempenich repräsentiert die 33. Generation des Hauses Eltz. Er hat die Aufgabe übernommen, die Burg auch künftig für die Öffentlichkeit zugänglich zu halten, ihre Substanz zu sichern und es - adeliger Familientradition gemäss - an die 34. Generation weiterzugeben.
 
 
 
 
Hier fühlt man sich in aufregende, historische Zeiten zurückversetzt  und erspürt unmittelbar den Geist der Vergangenheit.
 
Der Bus bringt uns bis Treis-Karden, wo wir mit dem Schiff bis Cochem fahren. Wir besichtigen die historische Senfmühle und begeben uns anschliessend zur Reichsburg, die 100m über dem Wasserspiegel der Mosel liegt.
 
Nachdem im März 1689 die ganze Stadt von französischen Truppen besetzt worden war, wurde die Burg am 19. Mai 1689 in Brand gesteckt, unterminiert und gesprengt. In jenem Jahr fiel auch fast die ganze Stadt Cochem der Zerstörung der französischen Truppen zum Opfer. Die Burg blieb lange Zeit Ruine, bis 1868 der Berliner Kaufmann und spätere Geheime Komerzialrat Louis Ravené das Grundstück für 300 Goldmark kaufte und die Burg wieder aufbauen liess. Die wiedergergestellte Burg diente der Familie Ravené als Sommersitz und blieb 75 Jahre lang im Familienbesitz. Im Jahr 1942 wurde sie durch Verkauf Eigentum des Deutschen Reiches, ist seit 1978 im Besitz der Stadt Cochem und wird heute von der Reichsburg GmbH verwaltet.
 
 
Aussicht auf die Mosel
 
Im Burgkeller nehmen wir ein rustikales Rittermahl ein und dazu gibt es stilgerechte Musik.
Als Willkommenstrunk kredenzt der "Burggraf" Moselwein im Steinbecher und gibt eine Einführung in die alten Tischsitten und Gebräuche. Knechte und Mägde in historischen Gewändern bedienen uns. Brot und Schmalz machen die Runde und im Kessel dampft eine würzige, heisse Suppe. Als Hauptgang gibt es riesige Keulen vom Grill. Alles wird ohne Besteck gegessen.
Der Burggraf ruft bei jedem Gang seinen Knechten und Mägden zu:
 
 
 
 
Wieland und Harald werden zu Rittern geschlagen
 
 
Mit Käse, Trauben, Nüssen und Gebäck beenden wir das Mahl und lassen uns dann von einem Knecht den Wassertrog bringen, um uns die Hände nach "gar deftig Steys und fürtrefflich Humpen Wein" zu waschen.
Nach diesem einmaligen Erlebnis bringt uns der Bus zurück nach Kirchberg. Wir sind kein bisschen müde und in bester Stimmung und feiern deshalb bis nach Mitternacht in der Hütte weiter.
Auch ein Grund für die lange Feier war, dass wir zuerst Monika zum Geburtstag und in den ersten Morgenstunden am Sonntag Gerlinde zum Geburtstag angemessen gratulieren wollten.
 
Damit sich alle noch ein paar Stunden auf's Ohr legen konnten, wurde das gemeinsame Frühstück kurzfristig auf 10.00 Uhr verschoben. Die Langschläfer verdanken dies im Nachhinein.
 
 
Liebe Hiltrud, lieber Willi ein grosses Kompliment für die hervorragende Organisation dieses Treffens und herzlichen Dank für die tollen und erlebnisreichen Tage, die wir bei euch auf dem Hunsrück verbringen durften.